Neue Rezensionen und Texte

  

 

Vor der Montage ist ein noch weitgehend unbeachteter Status innerhalb eines Projekts. Sei es im Film, dem Buch, der Theaterinszenierung, jedweder bildenden Kunst – vor dem eigentlichen Montieren steht aber das noch ungerichtete Material längst bereit. Was findet in diesem Schritt statt? In dem Reader Before Publication: Montage in Art, Architecture and Book Design werden in acht Essays aus verschiedensten Blickwinkeln, von u. a. Architektur und Film bis Grafik, die Prozesse der Entscheidungsfindung vom Status der Vor-Montage bis zum fertigen (veröffentlichten) Werk beleuchtet. 

 

 

Auch wenn das Wort Avantgarde bei Baumeister nicht fällt, es hätte hier seinen Platz. Der Mimetiker schafft (nur) ein Nachbild, der Poet ein Vorbild. Baumeister stellt nicht in Abrede, dass es großartige, vor-bildliche Nachahmer gab. Aber der Zeitgeist, den er selbst vertritt, weist in die andere Richtung, nach vorne, ins "Unbekannte". 

 

 

 

Wenn es eine Disziplin gibt, die von sich behaupten könnte, mit dem Postfaktischen umgehen zu können, so ist es die Psychoanalyse. Vielleicht auch deshalb, weil sie selbst mangels Fakten auf die Welt kam. Freud gab den psycho-physischen Parallelismus auf. Was entstand, war ein Gebilde, was dem "Unerkannten" aufsaß. Und was war das anderes als der Ma(h)lstrom des Unbewussten. Für Freud wie später für Lacan war das, was jemand in der analytischen Sitzung artikulierte, Abfall. Man kann es auch Material nennen, mit dem sich arbeiten lässt. Aber man ist weit von der Naturalienwirtschaft. Das Material ist schadhaft. Und es stört mehr oder weniger massiv. 

 

 

Intellektuelle Unbestechlichkeit übt Anziehungskraft aus. Der Leser kann sich mit den Mühen eines kritischen Verstandes, seinem Wagnis und seiner Kreativität leicht identifizieren. Manchmal schlägt der kritische Geist auf seinem schnurgeraden Pfad scheinbar unbeirrbar Schneisen wie mit der Machete durchs Dickicht der Mythen und arbeitet sich zu Lichtungen mit unverbrauchtem Grün durch. Der Leser jubiliert; er hatte schon nicht mehr daran geglaubt, dass der Reiseführer einen Weg kennt. Das emotionale Erlebnis ist nicht zu unterschätzen.

 

 

                                                                                                                                                                 

Kultur & Gespenster: Ding Ding Ding
Florian Hadler: Geheimnis
Werner Büttner: Düngeschlacht