Kultur & Gespenster: NO BALANCE
Anna-Lena Wenzel: L - Liebe
Christian Bernhardt: Jana Jana Jana

Neue Rezensionen und Texte

  

 

»Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht«, empfiehlt eine Initiative des Bundesfamilienministeriums und des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Aber warum sollte das nur fürs TV und die digitalen Medien gelten? 

Ein schmales Buch des 1937 geborenen französischen Philosophen Alain Badiou droht derzeit damit, die Erziehungsarbeit der Elterngeneration gezielt zu unterwandern. 

 

"Die Inhalte und Gesichtspunkte der Politik sind recht bunt und verschiedenartig, und doch: wie absolut einleuchtend war gleichwohl zum Beispiel die Reihenfolge der Parteien des Weimarer Reichstages: Kommunisten, Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum, Volkspartei, Deutschnationale, Nationalsozialisten. Es gab auch Gruppen, die nicht völlig eindeutig einzugliedern waren (so konnte man etwa im Zweifel sein, ob die Bayrische Volkspartei rechts oder links von der Deutschen Volkspartei stehe), aber selbst darüber schuf ein schlichter Tatbestand eindeutige Klarheit: die tatsächliche Sitzordnung."

 

 

Im Zentrum der Ausstellung „Zurück zur Figur – Malerei der Gegenwart“, die immer noch relevant ist, wenn auch vor einigen Jahren präsentiert, ein großer, hellgrauer Raum. Er wirkt wie ein Kraftfeld mit Bildern von Maria Lassnig, Eric Fischl, Johannes Grützke, Lucian Freud, Norbert Tadeusz, Jenny Saville, neben denen noch einige weniger Nennenswerte platziert sind.

 

 

Die Genealogie bleibt auf der "rechten" Spur. Denn auch Nietzsches liberaler Hallraum ist gewiss nicht "links" konnotiert. Das emphatische nietzscheanische Individuum kann nicht links ticken. Aber auch nicht rechts: Wer so viel Tradition abbaut, ist weder konservativ noch reaktionär. Vielleicht ist es nur eine Geschmacksfrage, aus einem Weder-noch ein Sowohl-als auch zu machen.