Neue Rezensionen und Texte

  

Ein Verfahren droht. Ich übte die Tätigkeit meines Ehrenamtes als Wahlhelfer – Schriftführerin im Wahlbezirk 17, OWiG Paragraph 224/5, Zeuge Herr Krippke – nicht aus, obwohl ich dazu verpflichtet gewesen sei. Aber man gebe mir Gelegenheit zu dem Vorwurf Stellung zu nehmen, und es stehe mir frei, mich zu den Beschuldigungen zu äußern oder eben auch nicht auszusagen.

 

Ein bisschen Geniekult, ein bisschen (viel) Biografismus und vage Allerweltsbegriffe werden damit der Ausstellung vorangestellt. Picasso, der ultimative (Lebens-)Künstler, Exot und Draufgänger, dient als handzahmes Vorzeigeexemplar für alles, was man sich von Kunst im Allgemeinen so verspricht: Leidenschaft, Emotionalität, Authentizität.        

 

 

Bei all den Ungereimtheiten und Absurditäten, auf die der Leser dieser Erinnerungen stößt (es sind Wiederbegegnungen mit alten Bekannten, die nicht erst auf den Fall der Mauer warten mussten, um den offenen Charakter des Widerwärtigen anzunehmen), erstaunt es, wie auch noch in den 80er Jahren viele DDR-Persönlichkeiten aus Literatur und Kunst von diesem Staat als dem "humaneren System" reden und schreiben konnten. Das symbolische Versprechen war einfach zu groß und schön.

 

 

 

Die Bücher mit der Raute hatten, das zeigt das Buch Philipp Felschs, in der Geschichte des Merve Verlags schon immer eine Menge Fürsprecher und Kritiker: Auskenner, Vorweg-Renner und altgediente Elitephilosophen, die sich weigerten, ihre edlen Gedanken zwischen Taschenbuchdeckeln veröffentlicht zu sehen. Der lange Sommer der Theorie, der im gleichnamigen Buch in der Zeit zwischen 1960–1990 verortet wird, beginnt mit einer Veränderung der Lesegewohnheiten.

 

 

                                                                                                                                                                 

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