Neue Rezensionen und Texte

  

 

Ich hatte mal einen Freund. Der besuchte mich von Zeit zu Zeit. Er sprach nicht viel, was mich nicht störte. Dieser Freund saß da bei mir in meinem Sessel und es schien immer so, als ob er etwas erwartete. Einmal sagte ich ihm, dass es mir immer so scheine, als ob er etwas erwarte. „Nein“, antwortete er nach einer Weile. „Vielleicht, das irgendwas passiert“, fügte er nach weiteren Minuten des Schweigens nachdenklich hinzu.  

 

Der diskursive Nebel – nicht Sloterdijks giftiger „Lügenäther“ – mag noch so undurchdringlich erscheinen, bei geistiger Präsenz wird dennoch manches transparent. 

 

Walter Benjamin hat nachweislich Célines ersten Roman, Voyage au bout de la nuit, gelesen. Aber es ist wenig wahrscheinlich, dass er auch Célines medizinische Doktorarbeit über den ungarischen Hygieniker Semmelweis zur Kenntnis genommen hat, denn sonst hätte er in einigen seiner Notizen zu dem Großprojekt der Pariser Passagen Céline nicht so ohne Weiteres als Vertreter eines "ärztlichen Nihilismus" in Anschlag bringen können.

                                                                                                                                                                 

Kultur & Gespenster: SOS Fantomes
Florian Hadler: Geheimnis
Werner Büttner: Düngeschlacht