Neue Rezensionen und Texte
Gibt es eine Kunst nach der Kunstmarktkunst? Kann es sie geben? Wer hätte ein Interesse an ihr, die man wieder „modern“ nennen können dürfte? Nach der, die Eduard Beaucamp, langjähriger Kunstkritiker der FAZ, als „kapitalistische Moderne“ qualifiziert!? Es müsste eine Kunst sein ohne Epitheta wie „post“ oder „nach“. Irgendetwas Substanzielles müsste her, das aus sich heraus entstünde, keine Kontextkunst, keine Allusionskunst. Kandidaten dafür sieht Beaucamp allerdings noch nicht. (Dieter Wenk)
Eduard Beaucamp, Kunststücke. Ein Tanz mit dem Zeitgeist, Hamburg 2012 (Philo Fine Arts)
Das Gejammer ist groß. Die Sorgen sind natürlich auch ein bisschen selbst gemacht, und Mühsam weiß das. Dass ihn die Frauen ausnutzen (Margot Jung), ihn hinhalten (man nenne sie Phalanx), seine Taktik niemals eingebettet ist in eine stringente Strategie.
Aber vielleicht ist das gelebter Anarchismus.
Erich Mühsam, Tagebücher, Band 2, 1911-12, hg. von Chris Hirte und Conrad Piens, Verbrecher Verlag 2012
Im Zentrum der »unternehmerischen Hochschule« stehen nicht mehr vorrangig Erkenntnis und Wahrheitssuche, sondern zunehmend die Einwerbung von Mitteln und der Vertrieb der Marke sowie das gehetzte Ringen um mediale Aufmerksamkeit. Hart erarbeitete Steuergelder werden an peinliche Marketingabteilungen verteilt, die statt dem Ziel, einer chancengerechten Wissensvermittlung zu dienen, mit hohlen Werbeslogans ein »Ringen um Talente« entfesseln.
PDF-Auszug aus der aktuellen »Kultur & Gespenster«
Alexis Jennis Roman schöpft nicht aus seinen Erinnerungen als Kriegsveteran. Dafür ist er zu jung. Aber auch seinen Ich-Erzähler schickt er nicht in den Krieg. Der im engeren Sinn romaneske Teil dieses Romans speist sich aus den in Form gebrachten Erinnerungen eines Mannes, den der Ich-Erzähler kennenlernt. Der Ältere, ein gewisser Victorien Salagnon, erzählt dem Jüngeren sein Leben als Krieger. Im Gegenzug lehrt ihn der ehemalige Soldat die Kunst des Malens, genauer gesagt des Tuschezeichnens.
Alexis Jenni: L’art français de la guerre
Skizzenbücher sind ein ideales, privates Übungsfeld von Comickünstlern, jenseits einer allgemeingültigen Lesbarkeit, für die sie normalerweise stehen. In ihnen können sie die Verkettung der Bilder und Worte lösen.
Musik für Männer und Frauen, die recht belletristisch zum Resümee-Ziehen einlädt – wegen Tod, Mord und anderer Herbarien. Eigentlich ganz unpassend zum demnächst beginnenden Frühling, aber geeignet für diesen Tag, der so nass-grieseliggrau vom Ausbleiben erzählt. Wie die Musik.
Fenster: Bones (Morr Music)








