Kultur & Gespenster: MEDIENZEIT – COMPUTERSPIELE
Lara Huber: N – Normal
Andi Schoon: Die schwache Stimme

Neue Rezensionen und Texte

  

 

Kein Zweifel, Roberto Burle Marx ist der Landschaftsarchitekt schlechthin der jüngeren Geschichte, mit wohl über 3000 Projekten zugleich einer der meistbeschäftigten und ausgezeichneten. Der Brasilianer ist in seiner langen Karriere dafür verantwortlich, dass überhaupt so etwas wie die Gestaltung der "Umwelt eines Gebäudes" in den Fokus der Wahrnehmung gerückt ist. 

 

„Man wird mich vergessen. Man wird mich schnell vergessen.“ In diesem Moment erinnerte ich mich daran, dass dies womöglich die letzten Zeilen gewesen sind, die Peter Gente in seinem Leben gelesen hat („On m’oubliera. On m’oubliera vite.“). Ob das wirklich so stimmt, ist fraglich; doch die französische Ausgabe wurde nach seinem Tod im Hotelzimmer gefunden, sie lag gleich neben seinem Bett. Dass der Mitbegründer des Merve Verlags, dieser Avantgardist, der mit Heidi Paris immer auf der Suche nach dem nächsten Theorie-Flash war,zuletzt ausgerechnet bei diesem Reaktionär angekommen sein soll, ist wirklich schwer vorstellbar. Aber sein Leben als Leser war ja voller überraschender Umschwünge und Wendungen.

 

John Pawson spannt den Spektralfarbenbogen mit einer nüchtern gereihten Sequenz von Bildern, die er mehr oder weniger schnell und doch stets behutsam abgelichtet hat. Mal aus der Hand geschossen, zu allen Jahres- und Tageszeiten, aus der Luft, beim Spazieren oder beim geduldigen Beobachten. Pawsons Linse ist gierig und hungrig. Von Tottenham bis Petra, Japan oder Wales, auch oft an denselben Orten findet Pawson großartige Farbnuancen, die der Band meditativ katalogisiert.

 

 

Was gut ist, setzt sich durch, und was sich durchsetzt, ist gut. Dabei gibt es zwei Markttypen: jene, die eine Produktlinie lebenslang durchhalten (müssen). Und jene, die sprunghaft Zusammenhangloses, in erkennbare Werkblöcke oder -phasen zerlegt, durch ihren Namen als Markenzeichen zusammenhalten.

 

 

Für den Berliner Architekten Francis Kéré, der aus Burkina Faso stammt und wie aus dem Nichts den renommierten Aga Khan Award 2004 bekam, ist seitdem eine Welle aus Bewunderung und Beauftragungen in Gang getreten. Kéré baut an mehreren Projekten zugleich in Afrika, Deutschland und China. Der Katalog zur Ausstellung Radically Simple im Architekturmuseum der TU München ist die erste umfassende Monografie über das Werk dieses faszinierenden zeitgenössischen Architekten.