Neue Rezensionen und Texte

  

 

Es mag zunächst erstaunen, den Soziologen Max Weber an einem Ort anzutreffen, wo man ihn nicht vermuten würde, gilt er doch für viele als derjenige, der den okzidentalen Rationalismus als Sonderweg der Weltgeschichte beschrieben hat. Wer am Anfang des 20. Jahrhunderts nach Ascona am Lago Maggiore gereist ist, um den Monte Veritá zu besteigen (321 m), tat das nicht, um seine Kenntnisse in Logik und Wissenschaftstheorie aufzubessern. Das Völkchen aus Vegetarianern, Lebensreformern, Naturmenschen und Anarchisten bildete vielleicht die erste Gemeinschaft, die man als Hippies bezeichnen könnte.

 

Warum betreibt man denn überhaupt Geschichte? Sie gibt Anlass zur Reflexion, sie ermöglicht den Vergleich (wie hinkend auch immer), sie vermag für Optionen zu plädieren und sie erlaubt es, eine kritische Haltung zu installieren. Die spielerische Grundierung dieser Publikation ist also kein Selbstzweck, sondern integraler Bestandteil des Aufzeigens von Präsentationsweisen, Verkörperungen und Formalisierungen. 

AUFSCHREIBINSTITUTIONEN UND MYTHENBILDUNG

 

Kunst ist hier die illegitime, von den großen Aufschreibinstitutionen vernachlässigte Geschichte. Kunst als Comic bewahrt sich hier ihren Anspruch auf ein umfassendes Wirklichkeitsbild, inklusive privat-kultischer Mystik und Magie. Ohne diesen Anspruch wäre sie nur eine weitere Schreibinstitution. Vielleicht lesen wir all dies, wenn wir lesen, und nicht nur, wenn es hier geschrieben steht, sowieso, also ganz natürlich, mit? 

 

 

                                                                                                                                                                 

Volker Renner: Der große Preis
Florian Hadler: Geheimnis
Werner Büttner: Düngeschlacht