Künstler und Autorinnen

 

Gerrit Frohne-Brinkmann (geb. 1990 in Friesoythe) studierte von 2009 bis 2015 bei Andreas Slominski und Ceal Floyer an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg. In seinen Installationen, Objekten, Performances und Filmen sucht er die Schnittmenge zwischen frühzeitlichen Kulturformen und aktuellen populären Aufführungsformaten im Vergnügungsbereich. Sein Interesse gilt dabei dem unmittelbaren Unterhaltungswert, den er aus Illusion, Zauberei, Film oder verschiedensten Shows extrahiert und in die bildende Kunst überführt.
Zuletzt waren seine Werke in Gruppenausstellungen im Künstlerhaus Bremen und der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen. Sein erster Film Die Unzugänglichkeit der griechischen Antike und ihre Folgen, eine Zusammenarbeit mit Paul Spengemann, lief im Februar 2016 im Wettbewerb der 66. Berlinale Shorts. Im April 2016 war seine Performance Fossil Feast im Kunstverein in Hamburg sowie seine erste Einzelausstellung What I claim as new in der Jürgen Becker Galerie zu sehen; auf der Art Cologne 2016 gewann er den Art Cologne Award for New Positions. In diesem Jahr werden seine Werke in der Kestner Gesellschaft Hannover, der Artothek Köln sowie im Stadtmuseum Oldenburg ausgestellt. Der Nassauische Kunstverein Wiesbaden verlieh ihm das Follow Fluxus Stipendium 2017.

www.frohne-brinkmann.com

 

Merle Radtke studierte von 2005 bis 2012 Kunstgeschichte, Kulturanthropologie und Museumsmanagement in Göttingen, Bordeaux und Hamburg. Von 2013 bis 2015 war sie wissenschaftliche Volontärin an der Hamburger Kunsthalle, wo sie 2014 die Ausstellungen Lichtwark revisited. Künstler sehen Hamburg und SPOT ON. Meisterwerke der Hamburger Kunsthalle kuratierte. Als freie Kuratorin realisierte sie 2015 an der Hamburger Kunsthalle die Ausstellung Feministische Avantgarde der 1970er Jahre. Seit 2015 ist sie Doktorandin im Graduiertenkolleg Ästhetiken des Virtuellen an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg, wo sie an einer Promotion über Bildkombinatorik in der Post-Internet Art arbeitet. Schwerpunkte ihrer Arbeit stellen die Praxis und Theorie des Internets, digitale Kunst, Fotografie, Performance- und Videokunst dar. Merle Radtke arbeitet als freie Autorin und Kuratorin.

 

Chloe Stead ist Autorin und Kritikerin; sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Texte erscheinen regelmäßig in frieze, frieze d/e und Spike Art Quarterly. Ihre Erzählungen wurden zuletzt in Der Pfeil #5 und The Interjection Calendar veröffentlicht, beide herausgegeben von Montez Press. 

 

Bettina Steinbrügge studierte Kunstwissenschaft, Englische Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Kassel. Von 2001 bis 2007 war sie Direktorin der Halle für Kunst Lüneburg. Nach einer Lehrtätigkeit an der Universität Lüneburg und dem Kunstraum der Universität Lüneburg 2009 bis 2015 unterrichtete sie an der Haute école d’art et de design (HEAD) in Genf. 2014 wurde sie zusätzlich zur Professorin für Kunstgeschichte an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg berufen. Seit 2007 ist sie Mitglied des Programmteams des Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale). Von 2009 bis 2011 war sie Kuratorin von La Kunsthalle Mulhouse – Centre d’art contemporain, von Dezember 2010 bis Ende 2013 Seniorkuratorin für zeitgenössische Kunst am Belvedere/21er Haus in Wien. Seit Januar 2014 ist sie die Direktorin des Kunstvereins in Hamburg. Bettina Steinbrügge publiziert regelmäßig zu Themen der Gegenwartskunst insbesondere zu Kunst und Bewegtbild.

Inhalt

 

All in ist ein Rückblick auf eine Auswahl performativer Arbeiten des Künstlers Gerrit Frohne-Brinkmann. Mit spielerischer Leichtigkeit überwindet er in diesen Performances die Grenzen von Kunst und populärer Unterhaltung und verknüpft damit Welten, die zunächst nicht zusammengedacht werden. So lässt er sein Publikum etwa über banale Titelschilder in einer Ausstellung staunen, zerteilt ein Patent zur Zerteilung von Jungfrauen oder beschert einer Gruppe trauriger Gipsfossilien ein funkensprühendes Feuerwerk. Illusion und Desillusion beziehungsweise ihr paradoxes Zusammentreffen sowie das Spiel mit den Schnittstellen von Verklärung und Aufklärung machen die Spannung der Performances von Gerrit Frohne-Brinkmann aus. Indem er die subtilen Zusammenhänge zwischen realer Weltanschauung und dem Betrachten und Schaffen von Kunst auf verschiedenen Ebenen untersucht, beleuchtet er das Spannungsfeld zwischen Bühne und Leben, öffnet alternative Spielräume.

 

Im Moment ihrer Aufführung besitzt die Performance ihre einzig denkbare Form, da die Idee der Präsenz des Künstlers, die Unmittelbarkeit sowie die direkte Teilhabe des Publikums entscheidende Faktoren dieses künstlerischen Mediums darstellen. Dementsprechend sind es Begriffe wie das »erweiterte« beziehungsweis das »verzögerte« Publikum, die die Überlegungen zu der Publikation von Beginn an prägten. Eine Form zu finden, die der Unmittelbarkeit des Mediums Performance und seiner Vergänglichkeit begegnet, seine Zeitlichkeit und seinen Rhythmus in ein Buch übersetzt, wurde somit zum Ausgangspunkt von Konzept und Gestaltung der Publikation. All in stellt einen Versuch dar, Gerrit Frohne-Brinkmanns Performances 2 Hours Show in 20 Minutes! (2013), Presliced Banana (2013), It’s fun to be fooled – it’s more fun to know (2015), Fossil Feast (2016) und Stunt (2015) einem erweiterten Publikum zugänglichzumachen, mit seiner jüngsten Arbeit Mumia vera (2016) die Vergänglichkeit schließlich selbst ins Buch zu übertragen.

Buch

 

All in – Gerrit Frohne-Brinkmann Performances


Herausgeber: Gerrit Frohne-Brinkmann, Merle Radtke
Seitenzahl: 60
Format: 12,5 x 19 cm
Ausstattung: Broschur
Autoren: Merle Radtke, Chloe Stead, Bettina Steinbrügge
Gestaltung: Hanna Osen und Max Prediger

Preis: 14 Euro
ISBN: 978-3-86485-173-5

 

Bookrelease: 22. Dezember 2016 im Central Congress

 

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