Das Kanu des Stromberg

Mit etwas Verzögerung habe ich mir die beiden Machwerke „Stromberg – Die Wiedergeburt“ oder so ähnlich und „Das Kanu des Manitu“ angesehen.
Beginnen möchte ich mit Stromberg 2, denn da war ich immerhin vorgewarnt. Das heißt, ich war aufs Schlimmste vorbereitet und wurde nicht ansatzweise enttäuscht.
„Stromberg – Der Film“ gefiel mir damals ganz gut. Er knüpfte nahtlos an die gelungene Serie an und hatte ein paar echte Höhepunkte zu bieten. Allein der übermüdete Busfahrer oder der Mukker („Ab geht er, der Peter!“) auf der Betriebsfeier waren Highlights.
Nun, Stromberg 2 bietet von all dem absolut nichts! Ich fühlte mich phasenweise fast unwohl und hoffte, dass es bald vorbei sei.
Ich will jetzt gar nicht davon anfangen, dass der Film sich dem Zeitgeist anpasst, sich anbiedert und sich nichts mehr traut. Das ist für mich noch nicht einmal das Hauptproblem. Ich habe tatsächlich nicht verstanden, was der Film wollte. War das unfassbar schlechtes Drama? Eine Komödie oder Satire konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Humor schon gar nicht. Geschweige denn einen einzigen gelungenen Gag.
Es stimmte nichts. Es funktionierte nichts.
Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, es war der schlechteste deutsche Film, den ich jemals gesehen habe. Von den Werken Til Schweigers einmal abgesehen – wobei selbst einige seiner älteren Filme Stromberg 2 stellenweise noch leicht übertrumpfen könnten.
Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich raten: Packt ihn in den Giftschrank und strahlt ihn bitte nie wieder aus. Dieses Ding braucht wirklich niemand. Lieber noch einmal die Serie schauen und anschließend den ersten Film hinterher. Und dann einfach vergessen, dass es jemals einen zweiten Teil gegeben hat.
Kommen wir zu „Das Kanu des Manitu“ (kürzlich gesehen auf Netflix).
Vorausgeschickt: Ich meine mich zu erinnern, den ersten Teil damals auf ProSieben gesehen zu haben – wo sonst? Vielleicht auch nur ausschnittweise. Jedenfalls fand ich ihn erwartungsgemäß nahezu schrecklich. Ich sage „nahezu“, weil ich gestehen muss, vielleicht ein- oder zweimal leicht gegrinst zu haben. Wofür ich mich unmittelbar danach schämte. Aber da war es nun mal geschehen. Ich oute mich hier, aber es war nun nicht mehr rückgängig zu machen.
Bei Teil 2 passierte es tatsächlich ebenfalls. Allerdings genau ein Mal. Und zwar als der Grieche einen Specht als Holzbohrer benutzte und ihn nach getaner Arbeit einfach wieder in die Hosentasche steckte.
Ich mag so was.
Die Szene erinnerte mich an den „Tom und Jerry“-Cartoon von 1949 („Hatch Up Your Troubles“), in dem ein Specht alles kurz und klein bohrt.
Und da raffte ich es endlich!
Die Manitu-Filme funktionieren vielleicht einigermaßen als Kinderfilme. Für ein Alter von, sagen wir, fünf bis zehn Jahren. Das Verheerende daran ist nur, dass sie gar keine Kinderfilme sein wollen. Sie sollen ein mit der Bullyparade aufgewachsenes Erwachsenenpublikum ansprechen. Beziehungsweise dieses Publikum ist die eigentliche Zielgruppe.
Und genau das ist im Grunde grotesk.
Will sagen: Für wie infantil und anspruchslos hält Herbig sein Publikum?
Oder ist es am Ende tatsächlich so?
Die erschreckende Antwort lautet wohl: Ja.
Zum Runterkommen schaue ich mir gleich ein paar „Tom und Jerry“-Cartoons an. Da macht man nichts falsch.
Jörn Birkholz