Über diese Ausgabe

RISS #88 (2018/2)

Thema: Fröhliche Wissenschaft

 

Laien, Dilettanten, Hochstapler,

Buffos, Sophisten, Orvietanhändler,

Kinder, Vogelfreie, Wilde, Analytiker?

 

Die Psychoanalyse hat sich sicherlich stets mehr auf Unsicherheit und zumindest anfängliche Unbestimmtheit eingelassen, als in vermeintlichen oder tatsächlichen Konstrukten der Gewähr, Garantie oder vorgefertigten Gewissheit ihr Heil zu suchen, das mit Sicherheit ihr Ende bedeutet hätte.

Wie Nietzsche in seinem Vorwort zur Fröhlichen Wissenschaft schreibt, sucht auch diese Ausgabe des RISS aufzunehmen, was »in der Sprache des Thauwinds geschrieben« ist. Die Leserinnen und Leser mögen darin etwas von »Übermut, Unruhe, Widerspruch, Aprilwetter« verspüren.

Abstracts

AutorInnen und Redaktion

 

 

AutorInnen und Redaktion dieser Ausgabe:

 

Johannes Binotto, Artur Reginald Boelderl, Barbara Cassin, Marcus Coelen, Monique David­ Ménard, Jonas Diekhans, Hans­-Dieter Gondek, Insa Härtel, Nadine Hartmann, Judith Kasper, Johannes Kleinbeck, Bettina Kupfer, Aaron Lahl, Robert Langnickel, Thomas Meinecke, Jean-­Luc Nancy, Peter Widmer

 

Martin Pawelkiwitz, Karl­-Josef Pazzini, Sylvie le Poulichet, Erik Porath, Volker Renner, Thomas Schestag, Franz Taplick, Alexander Waszynski, Mai Wegener, Peter Widmer, Sascha Wolters, Alexandre Wullschleger

Aktuelle Ausgabe

 

RISS #88 (2018/2)
Thema: Fröhliche Wissenschaft
Erscheinungsdatum: 22.09.2018
Softcover, A5, 231 Seiten; 22,- € / 24,- CHF

ISBN 978-3-86485-196-4

 

AUFTAKT

Die Zeitschrift RISS erscheint mindestens zweimal im Jahr, begleitet von Ausgaben der RISS-Materialien. RISS wird von einer Gruppe aus Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern sowie psychoanalytisch arbeitenden Literatur- und Kulturwissen - schaftlern herausgegeben. RISS veröffentlicht Aufsätze und Rezensionen von Kollegen der eigenen Disziplin und angrenzender Gebiete; auch literarische Beiträge oder verloren geglaubte, vergessene, wiedergefundene Texte und Dokumente gehören zum Repertoire.

Psychoanalyse formt sich im Durchgang durch andere Diskurse und im Widerhall zum Realen einer Gesellschaft immer wieder neu. Sie hat keinen festen Korpus, sondern nimmt die Gestalt ihrer jeweilig singulären Situation an. Sie liest und gibt zu lesen, was gewusst und auch was nur halb gewusst werden kann. Sie anerkennt »die Not des Lebens« und spürt sie auf in den prekären Bildungen, die diese hervorbringt. Sie macht diese Bildungen zum Katalysator, Anreger, Knotenpunkt für ihre Formulierungen, die wiederum Öffentlichkeit brauchen. Wahrheit ist nicht einfach da, sie scheint auf aus der Bewegung, in der Übertragung und braucht Berührungsflächen zu den Orten und Menschen, die dort arbeiten oder sich aufhalten, wo etwas mit den vorhandenen Mitteln der Artikulation nicht mehr in produktive Bewegung gebracht werden kann: Wissenschaften, Künste, psychoanalytische Praxis, Alltag der Straße, im Bett. In dieser Hin- und Anwendung reibt sich Psychoanalyse an anderem, spürt den Widerstand gegen Veränderungen oder Ablösungen – und gerade aus diesem Widerstand hofft sie, Neues bilden zu können.

Die Zeitschrift RISS macht Erfahrungen solcher Durchgänge lesbar – eine Psychoanalyse in Bewegung. Strukturelles Vorbild ist die Vorgehensweise Freuds – sein Impetus, immer wieder an Grenzen der Wissenschaft zu gehen; ganz anders und ähnlich hat das Lacan getan. Beide sind, neben anderen Psychoanalytikerinnen und -analytikern, auf ihre Art einem Wissen verschrieben, das an den Körper grenzt, vom Sexuellen rührt. Ihre Texte gilt es zu lesen und wieder zu lesen, neben anderen, die die Gegenwart der Psychoanalyse angehen. Darin liegt auch der Wunsch, dass die Analyse als eine andere Stimme in zeitgenössischen Debatten hörbar bleibe.

Auch die Abseiten der psychoanalytischen Geschichte, über die oft geschwiegen wird, die Auseinandersetzungen mit Fragen der Ausbildung und der Kur, aber auch die Konfrontation mit der jeweiligen politischen Umgebung bestimmen unseren gegenwärtigen psychoanalytischen Diskurs inklusive unserer Praktiken. Wir sind auf viele Stimmen angewiesen, um Psychoanalyse durch Reibung weiterzuentwickeln, was besonders Übersetzungen aus anderen Sprachen nötig und kostbar macht. Nicht zuletzt, um die politische Dimension der Psychoanalyse erneut zu konturieren.

Aufgrund der hier skizzierten Neuorientierung erscheint der RISS fortan ohne die bislang im Untertitel genannten Tutoren »Freud – Lacan« denen er nichtsdestoweniger verbunden bleibt.

Als Leser wünschen wir uns neben praktizierenden Psychoanalytikern jene, die dort tätig sind, wo etwas unerhört ist. Nicht nur Sprachwissenschaftler, Philosophen, Künstler, Kulturschaffende, Pädagogen, Historiker, Ethnologen, sondern alle, die an Grenzen leben oder arbeiten.



 

 



 

Abonnement und Bestellung

Abonnement (zzgl. Porto 4,80 € / CHF 12,80)

Deutschland / EU: € 71.-

Schweiz: CHF:79.-

 

Bestellung per Mail an: post(at)textem.de

 

Aktuelle Ausgabe bestellen

(22,- € / 24,- CHF zzgl. Porto):


Newsletter und Kontakt

Zur Aufnahme in den RISS-Newsletter senden Sie uns bitte eine Mail an post(at)textem.de . 

Kommende Ausgaben

#89 (Dezember 2018)

›Diese für unsere Wissenschaftlichkeit beschämende Korrektur‹:

ÜBERTRAGUNG

»Die Wissenschaft« ... wird regelmäßig und unregelmäßig zugleich durchkreuzt von der Übertragung unbewusster Gefühlseinstellungen.

 

#90 (März 2019)

Zeitgemäßes über Krieg und Leben: DER FLIRT

Der höchste Einsatz in den Lebensspielen, eben das Leben selbst.