Kultur & Gespenster Nr. 20 »Unter dem Radar«
RISS Zeitschrift für Psychoanalyse
Annette Weber: Eurythmie der Gewalt

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Neue Rezensionen und Texte

  

 

Das Buch betont die grundsätzlich archaische Auffassung von der Kulturlandschaft Sardiniens (zumindest in den untouristischen Regionen). Da werden Treppen, statt gebaut, von den Steinen weggenommen, eine inverse Petra-"Petrik" gewissermaßen, ziehen sich kaum sichtbare Pfade als Markierungen durch die Grasfelder und Dörrwiesen. Napoleonische Festungen wirken wie moderne Fremdkörper gegenüber diesen gewachsenen anonymen Strukturen. 

 

 

Die "Schuld" ist heute in das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zurückgekehrt. Die Plastik der Schweizer Bildhauerin Gudrun Rücker war am Sonntag aus der Dauerausstellung des Bonner Museums gestohlen worden. Drei Tage darauf hat die Polizei die 280 Kilogramm schwere Eisenplastik in einem blauen Lastwagen sichergestellt. Ein Mann sei festgenommen worden, sagte der Leiter des Landeskriminalamts in Düsseldorf. 

 

 

 

Daniel Falb ist nicht nur als Lyriker verstörend, als Philosoph, namentlich im aktuellen Merve-Band "Geospekulationen", bleibt LeserInnen nichts erspart. Anders als im lyrischen Feld, das immer auch eine Flucht durch Mehrdeutigkeit ermöglicht, ist hier im Metaphysischen rein gar nichts vorhanden, worin man einen Trost oder Erfreunis oder irgendeine Art Unzwang empfinden könnte: Es ist das zurückgespielte Schwarze Loch.

Vor einiger Zeit habe ich ein analoges Diktiergerät ersteigert. Auf der Suche nach bespielbaren Minikassetten, es gibt kaum mehr welche zu kaufen, fielen mir die alten Kassetten früherer Anrufbeantworter ein. Von denen besaß ich noch mehrere. Sie lagern in einem Karton, teils bespielt, teils leer. Durch Vor- und Zurückspulen suchte ich die leeren Stellen, um neue Aufnahmen machen zu können und gleichzeitig nichts Vorhandenes versehentlich zu überspielen. Ich wusste, dass die Kassetten aus meinem früheren Anrufbeantworter stammten. Dennoch war ich überrascht, plötzlich die Stimme einer Freundin zu hören, die mir nach dem „Piep“ eine Nachricht hinterließ.

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