Pasolini war zeitlebens ein Dichter. Er begann mit jenen berühmten friulianischen Mundartgedichten, die er später revidiert veröffentlichte (von Christian Filips vor einigen Jahren inspiriert übertragen) und hinterließ eine größere Anzahl später Gedichte („Ich werde keinen Frieden finden, nie“), die nun in einem voluminösen Suhrkamp-Band Nach meinem Tod zu veröffentlichen zweisprachig vorliegen.

 

Früher ist Zimmerhockey nur von Büroangestellten gespielt worden, aber inzwischen zählt es auch in den Studentenwohnheimen zu den Freizeitvergnügen.

 

Peter Zumthor, der sich als Architekt & in Person immer ein wenig als Kultfigur geriert – das gilt besonders für seine Schriften wie für seine Art des Sprechens – hat mit der Ausstellung Dear to me einen kuratorischen Raum bestückt, in dem im Kunsthaus Bregenz und der ETH Zürich 2017/18 ein monatelanges Programm aus Ausstellungen, Performances, Konzerten sowie von ihm geführten öffentlichen Interviews und Gesprächen stattfand.


 

LARS: In der Zeitung ist ein Bild von einem Hochhaus. Hinter dem Gebäude hat eine Bombe eingeschlagen, und es sieht so aus, als hätten einige Hausbewohner weiße Bettlaken rausgehängt.

MARK: Stimmt. Das könnten weiße Bettlaken sein.

GITTE: Das ist Wäsche, Wäsche auf dem Balkon.

 

 

 

Mueller, der ein ambivalentes Verhältnis zum sogenannten Literaturbetrieb hegte und viele Jahre als Galerist, Museumsdirektor & Verfasser essayistisch-kunsttheoretischer Texte arbeitete, zeigt sich in diesem Band als profilierter Wortkünstler, dessen früheste Gedichte von den 1970ern datieren.

Der Autor bedankt sich bei N.G. für die Bebilderung.

 

Diese Kurzprosa ist einem Kapitel des Romans „Posh & Lost“ von Patrick Poti entnommen, in welchem der Protagonist Edin eine Parallelwelt namens „Das Hohen Haus“ betritt, innerhalb der eine Schuhfabrik existiert, wo Kinder gezwungen werden, Wanderschuhe herzustellen. In der Fabrik macht Edin die Bekanntschaft Farooqs – Vorarbeiterin der Schuhfabrik – und findet heraus, dass zwischen seiner hopsgegangenen Freundin Aleksa und Farooq eine Verbindung besteht …  Aber davon handelt diese Kurzprosa nicht. Nein, diese Kurzprosa stellt sich an, die Grausamkeit Farooqs und ihrer Schutzmänner speziell und des hohen Hauses allgemein zu porträtiert. Auch okay, oder?

 

 

 

Mit Die Eisbahn erscheint endlich ein neu übersetzter Bolaño-Roman, der nicht mehr seiner Frühzeit entstammt, sondern einen dezidierten „Wenderoman“ seiner Biobibliografie darstellt, der ihm 1993 die ersten Preise in Spanien einbrachte und der kein Fragment ist – abgeschlossen, selbstbewusst & mit ein paar Abstrichen so etwas wie ein erstes Meisterwerk.

 

Ich erzähle alles genau so, wie ich es selbst erlebt habe. Vor einem Monat sagte ich mir, so, jetzt fährst du mal wieder nach Berlin, das brauchst du für dein inneres Gleichgewicht, und außerdem hast du deine Schwester schon lange nicht mehr besucht. Kurz davor hatte hier unser Klassentreffen stattgefunden. Ich hatte mich zwar angemeldet, aber ich wusste gar nicht mehr, wer alles in meiner Klasse war.

 

Rasha Habbals Lyrik in Die letzte Frau ist stechend. Ihre titellosen Gedichte – oder ist es ein einziges Gedicht? – kommen sofort auf den Punkt, sie halten sich mit nichts auf. Die Intimität ihrer Szenen ist zwar mit abgebildet, angelegt, doch scheint sie fast durchgehend löchrig eingefasst.

 

Beide sind großartige Buchkünstler: Anna Haifisch und Max Baltinger. Meisterhafte Erfinder im Umgang mit Fläche, Raum, Linie, Farbe, Schrift, zerlegten Bewegungsabläufen und szenischen Darstellungen. Alles, was ein Comic zu bieten hat, von computerbearbeiteten Aquarellen über aggressive Farbfeldreize bis hin zur Oberflächenhaptik als Bucherlebnis: leinengebundener Prägedruck und aufgeklebte Einlegebildern. Diese Bücher sind Leseerlebnisse für jene, die auch mit den Fingern lesen.