Künstler

 

Gerhard Himmer

 

geboren 1969 in Salzburg (A). Nach dem Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien und an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart lebt und arbeitet er in Wien. Seine Arbeiten wurden im In- und Ausland in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. Ve.sch, Wien (A), kunstbuero, Wien (A), Galerie Klaus Engelhorn, Wien (A), Galerie Engler und Piper, Berlin (D), Palais Liechtenstein, Feldkirch (A), Traklhaus, Salzburg (A), Salzburger Kunstverein (A), Neues Problem, Berlin (D), Galerie Amer Abbas, Wien (A), Nomadenoase, Golden Pudel Club, Hamburg (D)

 

 

Inhalt

 

(…) In einem aufwendigen, unsichtbaren, beinahe alchemistischen Prozess erscheint hier Farbe als maßlose, unendliche Flüssigkeit, die sich langsam über den Zeitraum mehrerer Stunden in die Leinwand abwärts eintrocknet, als führte die Farbe nur ihr physikalisches Reaktionsverhalten bei einem Ausgesetztsein an der Luft vor. Erst die Bildform, das Format, die Leinwand, bietet dem Farbmaterial den Ort der Ausbreitung und Sichtbarwerdung. Beim Einziehen in die Leinwand bilden sich in direkter Abhängigkeit zu deren Struktur Rinnsale, wobei meist dort zufällige Artefakte entstehen, wo am meisten Farbe vorbeifließt, die auf der nächsten Farbschicht haften bleibt – die Art der Gerinnung täuscht quasi den Duktus des Farbauftrags vor. Himmers Farben Schwarz, Violett, Preußischblau, ob rein, gebrochen oder den Leinwandhintergrund durchscheinen lassend, sind primäre Phänomene, die eine Analyse der Farberscheinung erst zu dem Zeitpunkt ermöglichen, wenn die homogen bis zum Bildrand gefüllte Fläche ihren Bezug zum umgebenden Raum aktiviert. Ein Effekt, dessen Überprüfung im Verlauf der letzten Jahre in so unterschiedlichen Ausstellungsszenarien wie Café, Bankfoyer, Büroambiente oder Offspace sehr gut möglich war. Zugegeben finden die in Himmers Palette reglementiert gehandhabten Farben auch Verwendung in kreativen ökonomischen Sparten und dort verbreiteten analogen und digitalen Produktionsprozessen: das Blau etwa in Bluebox-, Bluescreenverfahren, das Violett in der Siebdruckbelichtung. Einzig die Farbe Schwarz nährt die Vorstellung eines reinen, auratischen, singulären künstlerischen Einsatzes, der sich genealogisch über Christopher Wool, Sigmar Polke, Ad Reinhardt, Richard Serra, Kasimir Malewitsch bis zum vormodernen britischen Universalgelehrten, Mathematiker, Astrologen, Philosophen, Theosophen, Mediziner Robert Fludd und dessen schwarzer Seite in Utriusque cosmi maioris scilicet et minoris metaphysica, physica atque technica historia aus dem Jahr 1617 zurückführen lässt. Bereits bei diesem Aufschluss in die Fläche genügen die Begriffe, die das Bild als formales Phänomen beschreiben, eigentlich nicht mehr. Eine formalistische Betrachtung – trotz ihrer Insistenz auf dem, was sich zeigt – leugnet nämlich die Existenz des Bildes; was sich bei einem monochromen Auftrag von Schwarz als selbsterklärend und zusätzlich vertrackt erweist. Nach Erkenntnissen der Neurophysiologie verhält sich das menschliche Auge beim Erblicken von Schwarz wie folgt: Fotorezeptoren in unserer Netzhaut antworten auf Photonen von Licht, und wir erkennen Schwarz in jenen Bereichen der Netzhaut, in denen sich Fotorezeptoren als relativ inaktiv zeigen. (…)

 

„Why can’t I make art that looks as intense as the sounds I’m hearing?“

 

Auszug aus dem Katalogtext von Christian Egger

 

 

Buch

 

Gerhard Himmer: Intense

 

Katalog, 64 Seiten,

zahlreiche Farb- und Schwarz-weiß-Abbildungen 

Offene Fadenheftung, schweizer Broschur, 

280 mm hoch x 210 mm breit 

mit Texten von Christian Egger, Ezara Spangl

Fotografie: Stefan Armbruster

Gestaltung: Gerhard Himmer

ISBN 978-3-86485-115-5

Übersetzung: Martin Gastl (deutsch), Jonathan Quinn (englisch)

Produktion: Remaprint, Wien

Gefördert von Bundeskanzleramt Österreich und Land Salzburg

 

Preis: 20 Euro

Textem Verlag 2016

 

 

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