Künstlerin / Autor

 

Friederike Feldmann

 

1962 in Bielefeld geboren, seit 2008 Professorin für Malerei (2008–2012 Kunsthochschule Kassel, seit 2012 Weißensee Kunsthochschule Berlin)

 

Ausstellungen u.a.: Palais Thurn und Taxis, Bregenz, Hamburger Bahnhof, Berlin, Brandenburgischer Kunstverein, Potsdam, Kunstmuseum Wolfsburg, Kunsthalle Bielefeld, Kunsthalle Wien, Museum Fridericianum Kassel

 

Texte: Michael Glasmeier, Astrid Mania, Gerrit Gohlke

dt/engl

Inhalt

 

… Gemeinsam ist dem Skripturalen, dass es nicht auf Lesbarkeit zielt, sie aber auch nicht ausschließt. Schrift zeigt sich hier vornehmlich „als Erscheinungsform der grafischen Linie“ und zunächst jenseits von Botschaften. Dennoch versuchen wir immer, etwas zu entziffern, einen Sinn zu finden hinter den Schreibbewegungen. Und um diese Art und Weise des Betrachtens, das sich mit dem Entziffern solidarisiert, zum Thema zu machen, nennt Friederike Feldmann die erste große Ausstellung ihrer Analysen des Skripturalen „Die Autorin“. Damit wird ein Fass aufgemacht, in dem sich die intellektuellen Meisterdenker der Moderne von Freud über Sartre bis hin zu Roland Barthes, Michel Foucault, Julia Kristeva oder Hélène Cixous mit unterschiedlichsten Meinungen tummeln, wobei die Fragestellung immer eine doppelte ist: Schreibt die Autorin, schreibt die Leserin? Ich denke, ein Unentschieden wäre angemessen. Die nächste Frage: Ist die Autorin Schrifstellerin oder Schreiberin? Antwort: „Der Schriftsteller erfüllt eine Funktion, der Schreiber übt eine Tätigkeit aus.“ Und mit diesem Recht der Tätigen in Sachen Wort ist es für die Malerin Feldmann durchaus angebracht, als Autorin zu erscheinen, eine Autorin, die den Duktus der Schriftlichkeit nicht nachvollzieht, sondern ihn malend zu Bewusstsein bringt und uns damit gleichzeitig ebenfalls zur Autorin werden lässt. Wir Betrachter machen dann ein Bild, das eine Mimesis von Schriftlichkeit darstellt, ein Bild, das uns nicht nur an unsere tägliche Schreibarbeit gemahnt, an die Sorgfalt und Schnelligkeit täglicher Übungen, Mitteilungen, Kommunikationen, sondern gleichermaßen auch an die immer seltener praktizierte Handschriftlichkeit. Wir machen uns ein Bild, das uns Flächen als gemalte Handlungsräume, Kunst- und Literaturgeschichte, Gesten als Zeichen des Gemeinten in Erinnerung ruft. Zudem beweist „info“ die Kraft der Abbreviaturen, der Zettel, der Notizen, womit das Ephemere der Arbeit eine weitere Verdoppelung als Kürzel, als knappste Info erfährt, die wir nicht nur kaum lesen können, sondern deren Zweck natürlich auch unklar bleibt, verweisen doch Notizen immer auf einen größeren Zusammenhang, auf etwas, das noch werden sollte. Diese überdimensionierten „Kakographien“ verteilen sich wie hingeworfen, aber ohne sich gegenseitig zu verdecken, wollen wie zum Hohn eben gesehen und gelesen werden, Stück für Stück. Sie scheinen unruhig in schwarzweißer, mal zarter, mal deftiger Bewegung …

 

(Michael Glasmeier)

Buch

 

Friederike Feldmann, Katalog

 

Texte: Michael Glasmeier, Astrid Mania, Gerrit Gohlke

dt/engl

 

Format: DIN A4 HF

Umfang: 176 Seiten (30 Farb-Abb, 68 SW-Abb)

Broschur, Klammerrückstich

ISBN: 978-3-86485-080-6 

Textem Verlag 2014, 23 Euro

 

Edition: 10 Exemplare zu je 800 Euro. "Schreiben" (1-10), 2014, pigmentierte Tusche auf Papier, 29,7 x 21 cm

 

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