Künstler / Autoren

 

Benjamin Badock und Thilo Droste

 

Annett Reckert

Inhalt

 

Mit der Kraft der zwei Herzen pocht das Kult-Tonikum Doppelherz schon seit hundert Jahren auf das Motto doppelt hält besser. Einem anständigen Doppelkorn spricht mancher freilich eine ähnliche Wirkung zu – zumal in diesem Tropfen die Chance auf eine Diplopie, ein durchaus reizvolles, weil temporäres Doppelsehen ruht. Im Bereich der Kulinaria gibt es ähnlich segensreiche Entwicklungen: So liegt ein Doppelkeks ausgesprochen gut in einer feinmotorisch noch wenig entwickelten Kinderhand und der sich genau gegenteilig verhaltende Doppelwhopper, frei übersetzt das doppelte Mordsding, garantiert dem äußerst Hungrigen weltweit zwei nahezu identische Hackscheiben. Auch im Sport lassen sich für den besonderen Kick des Synchronen bzw. Doppelten reichlich Beispiele finden. Wird etwa zum Gemischten Doppel aufgespielt, entzückt sich selbst der Laie an der Raffinesse und Komplikation des Arrangements.

Und kommen wir zu den Grundfesten unseres Lebens zurück, so ist uns in vielerlei Hinsicht die Strategie doppelt hält besser eingeschrieben: Die DNA, die in allen Lebewesen vorkommende Trägerin der Erbinformation, ist als Doppelhelix organisiert, und aktuell wird der im Manne gescheiterte Doppelauftritt des X-Chromosoms als Grund für allerlei Anfälligkeiten des neuen schwachen Geschlechtes breitenwirksam kommuniziert.

Natürlich kann man die Dinge auch ganz anders sehen, über manches lässt sich streiten: über das Prinzip Doppelname zum Beispiel oder über den Sinn und Zweck einer doppelten Buchführung. Vieles bereitet allein in der Welt der Fiktion, in Romanen und Filmen, Vergnügen. Dort leben Lug und Trug, das allzu bekannte Tautologenpaar. Dort halten wir für Doppelmoralisten, Doppellebige, Doppelgänger, Doppelagenten ein nicht eben kleines Reservat vor. Und somit wird offenbar: Im tagtäglichen Miteinander sind wie auch immer Gespaltene für vertrauensbildende Maßnahmen nicht prädestiniert. Hier wird das glaubwürdige monolithische Wesen bevorzugt, auch und gerade in der Sphäre des Kults.

Wenn etwa Britney Spears und Charlize Theron im gleichen Versace-Kleid als unfreiwillige doppelte Lottchen auftreten, verlieren sie selbst und ihre Fans nicht ohne Grund die Nerven. Ein Aufschrei geht durch die Presse; ein unerhörtes Vorkommnis! Die so einzigartig Unverwechselbaren werden als unfreiwillige Doppelmoppelchen entauratisiert und trivialisiert. Zu sehen ist, was niemand zu denken gewagt hat – und mindestens ebenso delikat sind die Verhältnisse in der bildenden Kunst. Natürlich spielt das Prinzip des Seriellen oder auch die Wiederholung zum Beispiel als Appropriation längst eine unangefochten wichtige Rolle. Aber welchen Klang haben die Worte Doublette, Duplikat, Replik oder Kopie im Vergleich zum Unikat, vor allem dann wenn es um die klassischen Medien Zeichnung, Malerei und Skulptur geht? Über einen kriminellen Tatbestand ist gar zu reden, wenn die Frage von Original und Fälschung zur Debatte steht. Somit ist festzuhalten: Das Doppelte selbst ist eine wankelmütige, kontextabhängige Doppelfigur.

 

Annett Reckert

 

 

Buch

 

Benjamin Badock und Thilo Droste: Gemischtes Doppel

 

Zwillingsbuch, (zwei Hardcover aneinander, ineinander, nebeneinander)

2x72 Seiten

Text englisch deutsch

Autorin: Annett Reckert

4c

21x15 cm (hochformat)

isbn 978-3-941613-18-8

Preis: 12 Euro

 

Textem Verlag 2010

 

 

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