Künstler

 

Henrik Hold

 

1971 in Böblingen geboren

1993-2001 Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei KP Brehmer und Pia Stadtbäumer.

 

Einzelausstellungen:

 

2002 »Planten un Blomen«, Ausstellungsraum Taubenstrasse /

Trottoir, Ausstellung im Schaufenster, Hamburg

2005 Foyer für junge Kunst, Hypovereinsbank Harburg

2007 »Amtsgericht Hamburg-Mitte/ Archiv«, Trottoir, Hamburg

»Gegenüberstellung’, Künstlerhaus Lauenburg/Elbe

»SCHÜTZEN & SICHERN«, Künstlerhaus Lauenburg/ Elbe

2008 »Clemens-Schultz-Straße 43«, Ausstellungsraum LINDA, Hamburg

 

Gruppenausstellungen:

 

2003 »Feine Ware II«, Kunstverein Harburger Bahnhof

»Strich in der Landschaft«, art agents gallery, Hamburg

2004 »Einblicke«, Positionen zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung Karin u. Erich Wagner, art agents gallery, Hamburg

»Remember this place«, Kunstverein Harburger Bahnhof

»Mexikoring«, Ebene 14, City Nord, Hamburg

»Die ungeschriebene Nachkriegsgeschichte der Zeichnung«, Galerie Hübner, Frankfurt

»Dat schall glücken«, Palais für aktuelle Kunst, Glückstadt

2005 »Von Wesen«, Laboratorium Praterinsel, München

2007 »Heute jedoch nicht«, Galerie Laura Mars, Berlin

 

 

Weitere Veröffentlichungen:

 

2004 Ars Borealis, Edition zur zeitgenössischen Kunst im Norden, Oliver Godow, Henrik Hold

2005 »Ysenburgstraße 12«, Katalog zum Hamburger Arbeitsstipendium

2007 Kultur und Gespenster, # 3, Reihe »Innenstadt«

»SCHÜTZEN & SICHERN«, Katalog zum Stipendium im Künstlerhaus Lauenburg/ Elbe

Inhalt

 

Henrik Hold zeigt Wohnungsinterieurs. Er betreibt Architekturanalyse und erforscht das körperhaft Alltägliche von Artefakten, die uns umgeben. Wieder wölbt sich das Sitzkissen des Küchenstuhls in einen grauen Tag.

 

„Clemens-Schultz-Straße 43“ lautet der Titel. Die Adresse ist die bürokratisch korrekte Bezeichnung der Privatwohnung des Zeichners und Malers. Wer private, gesteigert noch, eigene Wohnungen beschreibt oder zum Sujet hat, betreibt Seelenarchitekturanalyse.

Anders als bei der Erinnerung an Wohnungen, in denen man als Kind zu Gast war, deren Genauigkeit allein aufgrund der sich im Laufe des Lebens unweigerlich verschiebenden Größenverhältnisse zu wünschen übrig lässt, bekommt man es bei den Malereien von Henrik Hold mit einem aktuellen Blick in eine sogenannte Privatsphäre zu tun und gleichzeitig mit einer Studie zur momentanen Wohnungsbauarchitektur der öffentlichen Hand: Dachschräge, Südseite, Veluxfenster, Einbauküche über Eck, in deren Winkel sich einige Flaschen zusammendrängen wie in Reminiszenz an Stilleben Morandis.

Im Gegensatz zu den Supermodels der Stilllebenmaler, die nur für ihn arbeiten mussten, gilt für die Objekte der Interieurmalerei von Henrik Hold, immer die gleichzeitige Verfügbarkeit im Alltag. Seine Bilder sind zur Ewigkeit gedehnte Momente, die in der Realität jeden Moment veränderlich sind. Diese Räume sind bewohnt, wie auch die Wohnung des dänischen Malers Vilhelm Hammershøi bewohnt war. Die Wohnungseinrichtung der Clemens-Schultz-Straße 43 bekommt nichts szenisches, bühnenhaftes, keine Narration drängt sich dem Betrachter auf. Es gibt keine kippenden oder beweglichen Konstellationen, die Erwartungen schüren. Das Einzige was sich für den Betrachter bewegt, ist der Sonnenstreifen, der durch die Fenster fällt, oder es regnet gegen die Scheiben. Als letztes Überbleibsel natürlicher Abläufe, die einem Stadtbewohner im Gehäuse bleiben.

Ruhe ist nicht das Wort für die Atmosphäre der Bilder, es ist als wüchsen einem die Bildgegenstände langsam entgegen, wie ein unaufdringliches Insistieren auf eine körperliche Gegenwart im Leben. Wieder wölbt sich das Sitzkissen des Küchenstuhls in einen grauen Tag.

 

(Nora Sdun)

 

Buch

 

Henrik Hold: Clemens-Schultz-Straße 43/3.OG

Hg. Trottoir, Gestaltung: Christoph Steinegger, 

Fotos: Dominik Friebel, 

ISBN 978-3-938801-84-0, 48 Seiten, 18 Euro, 

Textem Verlag 2009

 

 

Alle vier Bücher von Henrik Hold sind auch zusammen erhältlich: Camera, 1995–1997 / Amtsgericht Hamburg-Mitte/Archiv, 2006/2007  / Clemens-Schultz-Straße 43/3.OG, 2005–2009 / Texte.

Gefasst in einen von Hand bestempelten Pappschuber.
ISBN: 978-3-86485-006-6
35 Euro

 

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