BOOKY MCBOOKFACE 2020

 

Die #bookymcbookface findet dieses Jahr in Kooperation des @textem Verlags mit dem #mkgfreiraum des @mkghamburg statt. Während des Lockdowns online, danach so offline wie möglich.

 

 

DAS ARCHIV

Donata Rigg liest aus "Die Facette"

Was passiert mit uns, wenn wir uns in zerbrechlichen Lebensräumen und Kontexten bewegen, die suggerieren, Identität zu stiften?

Alex Schumann, Ich-Erzählerin des Romans und Vertreterin des akademischen Prekariats, einst Bohème genannt, läuft Gefahr, ihre Wohnung zu verlieren: Sie wird von ihren Vermietern bezichtigt, in den Keller des subventionierten Hauses, in dem sie wohnt, eingebrochen zu sein. Zudem war sie im Sommer bereits unerlaubterweise für mehrere Wochen verreist – zusammen mit einer großen Liebe, die seitdem keine große Liebe mehr ist.

Auch von der einstigen Option auf Selbstverwirklichung ist nicht mehr viel übrig, wie Alex regelmäßig von Dario Nikovic, ihrem besten Freund, einem Maler auf Hartz IV, gemeldet bekommt. Zwischen Anklage nach außen und Selbstkritik pendelnd, sträubt sie sich anzuerkennen, dass ihr Traum von einem authentisch-wirksamen Leben gescheitert ist.

DIE FACETTE – ein Roman aus dem Innenleben einer Szene, der es nicht gelingt, über ihre Grenzen hinweg auszustrahlen, sondern die sich stattdessen auflöst.

Mehr zum Buch

 

Michael Glasmeier spricht über die Auseinandersetzung des Kunsthistorikers Aby Warburg und des Künstlers Brehmer mit dem Medium Briefmarke.


Beschreibung der einzelnen Videos:

Pfeil Magazine #13 - Mother / Online Release @ Booky McBookface 2020 im Freiraum (MK&G) - 1/4

Anja Dietmann und Tobias Peper (Herausgeber*innen Pfeil Magazine) im Gespräch mit Nora Sdun (Textem Verlag) über das neue Heft.


Pfeil Magazine #13 - Mother / Online Release @ Booky McBookface 2020 im Freiraum (MK&G) - 2/4

Mum's Garage (Performance): Die Künstlerinnen Stella Rossié und Nicola Gördes schmücken um die Wette. Statt Tannenbäumen dekorieren sie die Autos ihrer Mütter mit allerlei Festlichem.


Pfeil Magazine #13 - Mother / Online Release @ Booky McBookface 2020 im Freiraum (MK&G) - 3/4

Katharina Bosse (Künstlerin und Professorin an der FH Bielefeld) im Gespräch mit Nadine Droste (Direktorin Kunstverein Bielefeld) und Anja Dietmann über Bosses Fotoserie A Portrait of the Artist as a Young Mother.


Pfeil Magazine #13 - Mother / Online Release @ Booky McBookface 2020 im Freiraum (MK&G) - 4/4

Sven Schumacher (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sammlung Fotografie und Neue Medien am MK&G) über Mutterdarstellungen in ausgewählten Fotografien aus der Sammlung.



Als gedruckte Ausstellung im Magazinformat wird das Pfeil Magazine seit 2012 durch den Londoner Verlag Montez Press publiziert. Zum jeweiligen Thema einer Ausgabe sind die Beitragenden dazu eingeladen, die Architektur des Heftes mit Wort und Bild zu bespielen.

Die dreizehnte Ausgabe ist der Mutter gewidmet und befragt gesellschaftliche, wirtschaftliche und biologische Rollen oder Erwartungen, die mit Mutterschaft in Verbindung stehen.


Mehr zum aktuellen Pfeil Magazine und früheren Ausgaben unter: montezpress.com/catalogue/pfeil/


 

 

 

 

Henrik Schrat: Grimms Märchen

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und ist seit 18.12. auf der Instagram-Seite von BookyMcBookface (@bookymcbooky) und hier zu finden.

Mit zahllosen Bildern und Vignetten, die zwischen Realität, Magie und Fantasy angesiedelt sind, illustriert Henrik Schrat alle Märchen der Brüder Grimm neu. Auf diese Weise entfaltet sich eine aktuelle, heutige Motivwelt – Prinzessinnen tragen Turnschuhe! Die durchgehende Bebilderung aller Märchen ist eine Premiere nach 200 Jahren Illustrationsgeschichte.

Zur Veranstaltung: Schrat wird einige ausgewählte Zeichnungen zeigen und etwas dazu erzählen.

Zum Künstler: Der Berliner Künstler Henrik Schrat zeichnet aktuelle Illustrationen für sämtliche 240 Grimmschen Märchen. Der erste von fünf Bänden heißt: „Schneefall, Himmel & Hölle“

Mehr dazu hier:
http://www.grimmschrat.de
http://www.textem.de/grimmschrat.html


Gabi Schaffner Performance: „Mauricio Pucci: Fazzoletto per un Eternità“ (Taschentuch für eine Ewigkeit)

von @gabi_schaffner. Sie verbindet unter dem Begriff der „Pandemic New Music“ neun Werke der Klangkunst, die der Musikalität „nasaler Explosionen“ huldigen. Zugleich wird eine abenteuerliche, landes- und geschlechterüberschreitende Biografie erzählt, deren obsessiver Protagonist nicht davor zurückschreckt, infizierte Taschentücher weiterzureichen, um seine Kompositionen realisieren zu können. Vor allem aber ist es eine der unmittelbaren Lebenswelt verbundene Hommage an die Verletzlichkeit und Zeitlichkeit unserer Existenz.

“Mauricio Pucci: Fazzoletto per un Eternità” gibt es auch als Vinyl-Album!

Ein Einblick:


Vortrag von Michael Glasmeier zu „Sichtagitation Briefmarke“

„Sichtagitation Briefmarke“, zeigt die Auseinandersetzung des Kunsthistorikers Aby Warburg und des Künstlers Brehmer mit dem Medium Briefmarke auf. Zwei Historiker des Politischen werden so über dieses spezielle Bildmedium miteinander in Beziehung gesetzt. Ein Wagnis!

 

 

Kapsel Magazin Podcast: Science-Fiction-Geschichten von Chi Hui, Jiang Bo, Regina Kanyu Wang, Xia Jia, Ken Liu und Chen Qiufan | Online | Der Link zum Podcast folgt in Kürze und wird auch auf dem Instagram Kanal von BookyMcBookface (@bookymcbooky) veröffentlicht

Das Magazin Kapsel gibt uns was auf die Ohren!

Zu hören gibt es sechs Science-Fiction-Geschichten von Chi Hui, Jiang Bo, Regina Kanyu Wang, Xia Jia, Ken Liu und Chen Qiufan als Podcast, präsentiert von der Zeitschrift Kapsel. Die Kurzgeschichten wurden für eine Diskussionsreihe im Kunsthaus Acud übersetzt und aufgenommen. Ausgehend von den Erzählungen sprachen die Autor*innen an fünf Abenden in Berlin mit Forscher*innen und Künstler*innen über Utopien, Künstliche Intelligenz, Lösungsansätze für eine bessere Welt, Sprache in Science-Fiction und die Städte der Zukunft.

 

Christian Huck liest aus seinem neuen Buch „Digitalschatten - Das Netz und die Dinge“

Zum Buch: Das Buch handelt davon, wie viel Aufwand und Zeit nötig, wie viel Welt und Materie erforderlich sind, um digital zu sein. Container voller Datenrekorder, die auf der Elbe treiben. Glasfaserkabel, die den kambodschanischen Dschungel durchqueren. Menschliche Körper, die das Internet mit Energie versorgen. Die Digitalisierung wird heimgesucht von ihren Schatten: den Dingen, die wir nicht sehen sollen und wollen. Die fünf Kapitel dieses Buchs folgen den Glasfaserkabeln und den seltenen Erden um den Globus: Von Lagos, Nigeria über Kolwezi im Kongo quer durch Kambodscha nach Shenzhen in China und zurück. Dabei zeigen sich nicht nur ökologische und ökonomische Verwerfungen, psychosoziale und ideologische Zwänge, sondern auch entscheidende Felder politischen Handelns.

Zum Autor: Christian Huck ist Professor für Englische und Amerikanische Kultur- und Medienwissenschaft an der Universität Kiel. Zuletzt erschien von ihm „Wie die Populärkultur nach Deutschland kam“ (Textem Verlag 2018).

https://vimeo.com/487762161

 

 


Regine Steenbock im Gespräch mit Esther Ruelfs und Wibke Schrape


Die Künstlerin und Modedesignerin Regine Steenbock stellt ihr neues Buch „Chinesisches Gewebe“ im Gespräch mit Esther Ruelfs (Sammlung Fotografie und neue Medien, MK&G) und Wibke Schrape (Sammlung Ostasien, MK&G) vor.

Zum Buch: „Chinesisches Gewebe“ (erschienen im Textem Verlag / Als E-Book erhältlich über EECLECTIC) ist das Ergebnis einer visuellen und textilen Forschungsreise nach Südchina. Im Gespräch wird es unter anderem um die Rolle der Fotografie als Erkenntnisinstrument bei der Auseinandersetzung mit einer anderen Kultur gehen und wie dieses mit dem Lokal-Ethnischen der Kleider verknüpft wird. Außerdem um die Verhandlung traditioneller Motive und Stoffe in zeitgenössischer chinesischer Kleidung von lokalen Trachten bis zu Fast Fashion und die Facetten von chinesischem Gewebe.

Zur Autorin: Regine Steenbock befasst sich als Künstlerin und Modedesignerin mit ethnologischer Modeforschung. Nach mehrjähriger Lehrtätigkeit in China, lebt und arbeitet sie vorwiegend in Hamburg.

 

Lasse Eskold Nehren: Affekt ohne Menschen
Lesung


Utz Korbinian, der Protagonist aus Lasse Eskold Nehrens Novelle »AFFEKT«, hat eine funktionale Misanthropie kultiviert. Die Urteile sind hart, die Gefühle pragmatisch – und Mitmenschen Mittel zum Zweck oder nervtötend. Zwischen bissigen Pathologisierungen, Aphorismen wie angriffslustige Atteste und schulterzuckend hingekommenen Trennungen bleiben zwei Fragen zurück: Wie simpel darf man Lösungen erwarten, wenn die Probleme, gelinde gesagt, kompliziert sind? Und: Wie wichtig ist das, was wir offensiv ablehnen, für unser eigene Verortung in der Welt? Nach dem Tod seines Großvaters könnte Utz Korbinian ein wenig Verbindlichkeit gut gebrauchen. Schade, dass er Jahre daran gearbeitet hat, seinem Umfeld diese auszutreiben.

Die simpelste Antwort auf Misanthropie müsste lauten: Dann eben weg mit den Menschen. Aber wie geil kann das schon sein? Die Lesung wird von einem Google-Maps-Spaziergang durch verlassene Orte menschlichen Treibens untermalt. Ohne Ziel, ohne Pointe. Der Weg ist der Weg. Begleitung ist das Ziel.

Lasse Eskold Nehren, 32, hat mit »AFFEKT« gerade (Erscheinungstermin 26. November 2020) sein zweites Buch im Hamburger Textem Verlag veröffentlicht. Derzeit beschäftigt mit der Gründung eines Magazins und im per Dekret verhängten Quasiurlaub, da die Alkoholgastronomie geschlossen ist, in der er ansonsten arbeitet.

https://vimeo.com/484898712